Der Dilettant
- privat8773
- 21. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Sept. 2025

Dilettant
Der Dilettant am Straßenrand
das ewige Interesse an allem
einem Sammler gleich
immer auf der Suche
die Spezialisierung bleibt aus.
Du fragst was ich gelernt,
alles und nichts, vielleicht den Menschen,
die ewige Laier von Fachkompetenz
kurz steh ich auf,
wo ist mein Stuhl,
bevor ich ihn finde,
renne ich durch die Gänge
staune über all die Expertise
beklatsche deren Kenntnis,
was suche ich noch mal.
schwarz und weiß sind grau,
klare Positionen, naja ich bin Dilettant
erwartet nicht zu viel.
Schaue in mein Bücherregal
jedes Buch hat seinen Platz
Kategorie nein Danke.
Jedes Jahr meines Lebens
macht sich an einem guten Buch fest.
Kann das jemand verstehen
oder bleibt uns Dilettanten das überlassen.
Interessiert es irgend jemand,
na hoffentlich wird es jemand geben
Die Straße ist uferlos leer,
kein Widerhall der mich wiedergibt
ein Spiegelbild in der Pfütze
visueller Hall klanglos verebbt
Sinn ist Unsinn, der klare Moment dahin.
Schneller, ruft es aus dem Nichts.
Eine Stimme klagt mich an,
schreibe es auf du Narr,
auch wenn es niemand interessiert,
schreib es auf und gib ihm einen Namen.
Schrei deinen Dilettanten an
es bringt nichts, du bleibst ewig Sammler
die Taschen voller Sand.
Das Stimmungsbild färbt mich ein
es bleibt die Rede von diesem Überich
Seinsbewältigung, dabei ist es nur ein Kuss
bleibe begraben irgendwo
die Stelle kennen nur die Dilettanten.
Plötzlich stehe ich wieder zwischen den Gängen
suche dieses gottverdammte Sein
kann es riechen, seine Pein
drehe mich um und sehe
wie zwei Typen darauf urinieren
hat es das verdient
keine Antwort von den beiden Männern
erst als sie fertig sind
sagt einer, es ist doch nur Philosophie.
Als ich vor Scham nach oben schaue
klarer Nachthimmel überdeckt das Land
lauter Sterne am Firmament
Es muss jetzt einfach sein
keiner wird es lesen wollen
dieses Gedankenfetzenspiel, ich selbst
klar der Moment schreibt sich
ohne Regel schreibe ich weiter
mach diesen gottverdammten Kopf leer
ohne Rücksicht auf Verluste.
Lass es raus und schreie es in ihre Gesichter.
Der Dilettant am Straßenrand
ihr fragt euch wer ich bin.
Das nächste Gedicht schreibt sich selbst,
bin ich das wirklich geblieben
oder blieb nur der Nihilist
gekleidet in einen italienischen Anzug
Marionette seiner eigenen Hand.
Doch ist es nicht der Nihilist gewesen,
der alte Faschist,
es ist der Fremde am Strand
Killing an Arab, singt es in mir,
wo bist du gewesen
mein kleiner Existenzialist.
Auch wenn du nie existiert,
bist du ein Teil von mir.
Die Musik im Hintergrund spielt weiter
übernimmt die Oberhand
wirft den Dilettanten in das nächste Lied
hangle mich von einem Song zum anderen
verharre in einem Gefühl
Surreales schenkt sich ein
der Klang des Songs lädt mich ein
in tiefer Zuneigung schenke ich ihm alles
alles was noch da ist
lege es zu seinen Füssen
los nimm es, befiehlt er
schreib es auf, du Narr
egal, wer es nachher liest
schreib weiter und weiter
bis du deinen eigenen Horizont erreichst
lass dieses verdammte Gefühl heraus
nimm es von mir aus in den Arm
küss es von mir aus
aber schreib es auf
es bleibt sonst ungeschrieben liegen
verliert sich in den Gängen
sei nicht dumm und schreibe weiter
du wirst schon nicht daran verrecken.
Wie Phönix aus der Asche
entspringst du deinem angepissten Sein
Geb nicht auf, schreib es auf.

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