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Selbstverantwortung

  • privat8773
  • 16. Aug.
  • 2 Min. Lesezeit

Jeder ist für sein Selbst selbst verantwortlich, das impliziert das Wort Selbst selbst schon. Obwohl es nur für sich selbst betrachtet erst zum Selbst wird, wenn es mit anderen Selbst in Berührung kommt, da sonst der Zustand des Selbst keinen Sinn macht. Der Begriff wäre dann nicht notwendig, denn es gäbe ja nur mich selbst. Also wird das Selbst erst durch die Summe der Erfahrungen mit den anderen Selbst zum Selbst. Bin ich dann noch ich selbst, da es doch im direkten Zusammenhang mit den anderen Selbst steht? Leiten sich alle Selbst von den Selbst der anderen ab oder sind wir schon immer wir selbst gewesen? Ist mein Selbst dann nur ein Abbild dessen, von dem es sich unterscheidet? Was bedeutet dann die Aussage, dass jeder für sein Selbst selbst verantwortlich ist? Es scheint mir, da mein Selbst einen Zusammenhang mit den anderen Selbst hat, dass ich dann auch irgendwie für die anderen Selbst verantwortlich bin.

Also stelle ich mich vor die Allgemeinheit und sage selbstbewusst, ich hätte ein Selbst, nur aus der Erkenntnis darüber, dass mein Selbst erst durch das Vorhandensein der vielzelligen anderen Selbst bestand hat. Wenn ich gerade bei Selbstbewusstsein bin, der Begriff ist immer mit Stärke verbunden, obwohl er in Wirklichkeit die Schwäche zum Ausdruck bringt, denn die Stärke generiert sich erst aus dem Zusammenhang mit den anderen Selbst und verliert jegliche Kraft, wenn es die anderen Selbst nicht gäbe. Selbstbewusstsein ist mehr als nur das Herausragen aus den Selbst, die das eigene Selbst umgeben. Das Selbstbewusstsein ist eigentlich von Haus aus ichbezogen, dabei liegt es, ausgehend von der Abhängigkeit zu den anderen Selbst, zwischen dem Status, den wir als Subjekt und als Objekt einnehmen.

Also beurteil ich die Situation ganz selbstlos und übernehme die Verantwortung für all die anderen Selbst, da mein Selbst ja einen Zusammenhang mit all den anderen Selbst besitzt. Geht das denn überhaupt, selbstlos mit etwas umzugehen, wenn es in der gleichen Verbindung zu den anderen Selbst steht, wie das selbstbezogene Selbstbewusstsein? Ist dann selbstloses und selbstbewusstes Handeln ein und dasselbe?

Liegt der Unterschied zwischen selbstlos und selbstbewusst darin, selbstlos beinhalte mehr Verantwortungsgefühl, weil es das Selbst nicht über das Selbst der anderen stellt, nehme ich sie dann aber nicht gerade dadurch in die Verantwortung, weil ich mein Selbst degradiere und verantwortungslos damit umgehe. Und im Gegensatz dazu, selbstbewusst beinhalte weniger Verantwortungsgefühl, da es sich von den anderen Selbst abgrenzt, das eigene Selbst höher stellt, womit es die anderen davon befreie, die Verantwortung für das eigene Selbst zu übernehmen, ihnen aber ggf. den Selbstwert nehme, weshalb ich wiederum mehr Verantwortung für die anderen Selbst übernehme, weil mein Selbstbewusstsein von den anderen Selbst abhängig ist.

Nochmals zurück zu meiner Aussage, jeder sei für sein Selbst selbst verantwortlich. Das Selbst trägt so viele Facetten und Berührungspunkte mit denen, der anderen Selbst in sich, dass ein einzelnes Selbst an dieser Aufgabe zugrunde ginge. Wir sprechen dann von Gefühlen und Ängsten, die das andere Selbst im eigenen Selbst auslöst, die wiederum aus uns selbst kommen und doch etwas mit dem anderen Selbst zu tun haben, und bei jedem anderen Selbst, ist es nicht anders. Dieser Umstand entspringt dem Moment der Berührung, wenn Menschen aufeinandertreffen und miteinander umgehen. Deshalb trage ich immer für die ganze Situation die Verantwortung und nicht nur für mich selbst.

 
 
 

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